Balkanroute

Balkanroute

Nach einem Einsatz mit „Open Border Caravan“ trommelten zwei von uns ein paar Freunde zusammen und so fuhren wir im Oktober 2015 mit ca. 15 weiteren privaten Helfenden der Balkanroute entlang nach Süden. Bei unserer Fahrt sind wir einige Male an Grenzübergänge gekommen, bei denen schon viele professionelle Organisationen, wie das Rote Kreuz und Caritas, vor Ort waren und man sich diesen Organisationen anschliessen konnte. An anderen Orten wurden wir teilweise sofort wieder weitergeschickt, weil wir als privat organisierte Helfer nicht befugt waren etwas zu tun. Auch an verlassenen Camps sind wir vorbeigekommen. Diese waren verlassen, weil die Regierungen die Flüchtenden immer schnellst möglich mit Bussen in Richtung Norden transportiert haben. Wiederum an anderen Grenzen waren gar keine Hilfsorganisationen vor Ort. Je südlicher wir gereist sind, umso kritischer sind die Zustände geworden. Vor allem im Süden hat man gespürt, dass jede Hilfe gebraucht wird. Traurigkeit, Leid und Stress sind bei den Menschen auf der Flucht an der Tagesordnung. Das Nötigste fehlt und um sinnvoll etwas dagegen zu tun, ist es wichtig, Ruhe zu bewahren und sich auf das Machbare zu konzentrieren. In der Hast des Gedränges am Einsatzort ist der Überblick schnell verloren. Rasend vergeht die Zeit, man ist schnell versucht allen Flüchtenden gleichzeitig helfen zu wollen. Es fühlt sich an, als wäre man mitten in einem Film, gefüllt mit zu vielen aufeinanderfolgenden Bildern von Menschen, die alle etwas dringend benötigen. Gemeinsam mit den anderen Helfer*Innen haben wir aber an einem Strang gezogen. Jeder hat sich dort eingesetzt, wo er konnte. Ob Kochen, Kleidung verteilen oder Kranke zum nächsten Camp transportieren, alle sind über die geleistete Hilfe sehr dankbar gewesen. Trotz der Umstände, mit denen die Menschen auf der Flucht konfrontiert werden, sind sie erstaunlich fröhlich gewesen. Am schwierigsten hat sich die Kommunikation herausgestellt. Den Flüchtenden ist es wichtig gewesen zu wissen, in welchem Land sie sich befinden und was als Nächstes mit ihnen passieren wird. Glücklicherweise haben jene Flüchtende, welche besser Englisch verstanden, für die anderen übersetzt. Aus den Erfahrungen haben wir für kommende Einsätze viel gelernt. Wir wollen nun längere Zeit an einem Standort bleiben, damit besser geholfen werden kann und mehr Helfer aus der Schweiz eingespannt werden können. So soll Ruhe einkehren können und weniger Missverständnisse entstehen. Wir wollen uns auch mit Gleichgesinnten zusammenschliessen, um so unsere Hilfe optimieren zu können. Unsere Unterstützung gilt Projekten, welche unsere Einstellungen und Ziele teilen.

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